Aufbaubatterie getauscht

Ausflug an den Steinberger See vor 14 Tagen: Die Heizung geht nicht. Und kein Warmwasser, trotz Landstrom. Fehlermeldung der Truma. Ich habe Angst.

Vor Ort doktern wir ein wenig herum, Sicherungen durchsehen, Handbücher wälzen. Auf Werkseinstellungen zurücksetzen? – Ja! Leider ist damit die schöne Fehlermeldung verschwunden vom Display. Nach ~40 Minuten beende ich die geplanten ~30: Hier und jetzt komme ich nicht weiter. Ich versuche es mit Verdrängen.

Ich lese etwas über empfindliche Steuerungselektronik der Gasheizung: Die Spannung muss in einem Bereich um, besser über, 12V liegen, sonst tut’s die Anlage nicht. Hm…

Wieder zuhause, will ich’s wissen. Mein digitaler Diener stammt aus China und hört auf den Namen DeepSeek. Mit dem Multimeter messe ich die Spannung der Aufbaubatterie durch, nachdem der Motor aus und die Landstromverbindung gekappt ist. Anzeige: 11,2V.

Zuvor hing das WoBi knapp zwei Tage am Landstrom, sprich: Ladegerät. Zwei Stunden Fahrt müssten die Aufbaubatterie per Lichtmaschine geladen haben. Zur Probe: Motor starten, Spannung messen. Ich meine, mich zu erinnern, 14,3V gelesen zu haben. Plausibel – und der Beweis dafür, dass die Lichtmaschine arbeitet.

Verwundert krame ich in meiner Erinnerung: Die Wasserpumpen haben funktioniert, der Kühlschrank auf 12V und Gas und Landstrom, das Licht ging ebenfalls. DeepSeek lässt sich zum Wörtchen „zickig“ im Zusammenhang mit der Spannungstoleranz der Truma-Heizung verleiten. Soll heißen: Während andere Geräte an Bord es weniger genau nehmen, benötigt die Steuerung für Wasser+Heizung ein stabiles 12V Bordnetz.

Teste ich am Bordpanel – ohne Landstrom eingesteckt zu haben, denn der treibt sämtliche Birnchen für die Füllstandsanzeige von Fahrzeug- und Aufbaubatterie stets nach ganz oben -, bleibt der Check für Aufbau rot. Schließlich springt sogar die Notüberbrückung an.

Die Aufbaubatterie ist platt. Ich bestelle eine neue, gleichwertige. Wichtig dabei: Die Ladeelektronik muss die Batterie verstehen. LiFePo kommt ohne zusätzliche Denk- und Schraubarbeiten, weitere Hardware und Geld nicht in Frage. Zweite Randbedingung: Die Batterie muss unter den Fahrersitz passen, folglich verzichte ich auf jegliche Experimente bezüglich der Abmessungen.

Nachdem ich vor ca. 2,5 Jahren gute Erfahrung mit dem Erwerb einer Starterbatterie machte, wende ich mich erneut an BIG. Etwas Stöbern im weltweiten Netz, ein Dialog mit meinem chinesischen Freund, und ich entscheide mich für eine Batterie vom Typ: BIG Professional AGM 12V 100Ah C100 Versorgerbatterie. Spannung, Kapazität, Größe und Einsatzzweck passen perfekt. Gewicht 20kg, leichter wird es bei dieser Bauart nicht werden. Hier ist sie: https://www.batterie-industrie-germany.de/products/big-professional-agm-12v-100ah-c100 da verlinke ich gern auf ein mittelständisches Familienunternehmen.

Mangels Zeit vertage ich nach Erhalt den Einbau und nehme Batterie nebst Werkzeug mit auf Tour an den Main: Hier wird sich bestimmt ein Zeitfenster finden..? Fehlanzeige. Sonntag abends, vor der Tür, Zweibeiner dazu. Vier Schrauben, der Fahrersitz muss ‚raus, samt Drehteller des Pilotensitzes, er lässt sich gerade so heben.

Wir stellen sicher, dass wir spannungslos sind. Abklemmen der alten Batterie: Minus zuerst. Durchmessen: 11,1V als letzter Beweis, die neue zeigt deutlich bessere Werte, wenn auch evtl. nur halbvoll. Mit dem Staubsauger reinigen wir den Stauraum, 1x in 20 Jahren – nagut, die jetzt alte Batterie ist sicher nicht das Original, eine Weile wird’s wohl zurückliegen – kann man das machen. Anklemmen der neuen Batterie, Pluspol zuerst.

Test: Erfolgreich. Laden über Nacht. Landstrom ab, am morgen danach. Abends Heizung erfolgreich gestartet.

Aufwände: Ca. 1h Fehlersuche, ca. 1,5h Einbau und Test. Kosten 107,-€. Meine Befürchtung, für einen vierstelligen Betrag die Truma tauschen zu müssen, trat glücklicherweise nicht ein.

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