Technische Highlights entlang der Strecke

Bild: Drehbrücke Malchow

Deswegen um die halbe Welt reisen würde ich nicht; wenn wir aber eh grad schon mal da sind, nehmen wir das natürlich mit: Eine Drehbrücke und eine Hubbrücke.

Drehbrücke Malchow

Durch eine Reportage wurden wir auf dieses Bauwerk aufmerksam. Am 31. August runden wir den Besuch des DDR-Museums ab. Stündlich wird die Brücke geöffnet: Der Brückenwärter (rechts im Bild erkennbar) betritt mit einer Fernsteuerung, die an die Fernbedienung eines Krans erinnert, pünktlich die Brücke. Routiniert und souverän bittet er Fußgänger und Radfahrer, die Brücke zügig zu überqueren. Autofahrer stoppt er per Handzeichen. Dann schließt er per Knopfdruck die Schranke.

Motoren summen. Zweibeiner und ich gucken von neben/unter der Brücke beim Öffnen für den Schiffsverkehr zu. Zum Wasser hin gerichtete Ampeln signalisieren, welche Seite die Engstelle passieren darf – und welche warten muss. Am Rand, am Ufer, ein Hinweisschild: Videoüberwachung, aus verkehrstechnischen Gründen wird ca. 15 Minuten vor und 15 Minuten nach dem Vorgang aufgezeichnet und gespeichert.

Zum Eintrag bei Wikipedia

Wir sehen zu, wie erst die Schiffe von links, dann von rechts an uns vorbeiziehen. Vom Schlauchboot mit 5PS Außenborder über „klassische“ Fischkutter bis zur Luxusjacht (oder -yacht) ist alles dabei.

Ein Eis bzw. eine Pizza später, zur nächsten vollen Stunde, bewundern wir das Schauspiel erneut – dieses Mal von der anderen Seite und aus erhöhter Position. Wieder kommt zuerst der Verkehr von links; mit einem scharfen Pfiff und einer sehr eindeutigen Handbewegung scheucht der Brückenwärter eine Jacht auf der rechten Seite ein Stück zurück: Der Bug ragte bereits in die Fahrrinne hinein. Manche können’s eben einfach nicht erwarten.

Zum Ende des Schließ- bzw. Drehvorgangs hin sehen wir, wie die die Auflager unter der Brücke hergestellt werden: Gestänge, konische Metallteile und (evtl.) ein Schneckengetriebe sorgen dafür, dass der Kragarm an seinem Ende am anderen Ufer aufliegt. Damit sind Zugstangen und Pylone für den Straßenverkehr entlastet.

Hubbrücke in Plau

„Eigentlich“ brechen wir heute auf vom Stellplatz auf einem großzügigen Wiesengrundstück in Richtung… Süden. Der Kartendienst meines Vertrauens OsmAnd weist mich auf Sehenswürdigkeiten in der Nähe hin. 4km nördlich, die Gegenrichtung, 10 Minuten, was soll’s, auf geht’s.

Bild: Hubbrücke in Plau
Hubbrücke in Plau

Zum Eintrag bei Wikipedia

Dank Verkehrsbeschränkungen und Baustelle dauert die Hinfahrt über 20 Minuten. Wir parken am städtischen Parkplatz. Zwei von drei (oder auch 2/3) laufen zur Brücke.

Vier Stützen, Stahl, Fachwerk, ca. 100 Jahre alt. Nahezu baugleich mit dem Modell von Märklin Metall, das seit dem Erwerb eines Forschungsschiffes zuhause die Spielzeug-Landschaft bereichert. Motoren, Zahnstangen, Hubhöhe 1,86m. Die Durchfahrtshöhe hängt u.a. vom Wasserstand ab – irgendwie logisch, wenn man’s dann mal auf der Hinweistafel gelesen hat.

Die Durchfahrt kann mittlerweise telefonisch angemeldet werden. Gesteuert wird aus der Ferne, das Häuschen in Brückenmitte ist leer. Glück haben wir keines im Sinne von: Es will gerade niemand zufällig durchfahren. Ich beantworte nach bestem Wissen die sprudelnden Fragen meines Begleiters.

Zurück am Fahrzeug weise ich das verbleibende 1/3 auf Fischverkauf und -brötchen hin, was prompt zu einem Spaziergang des Drittels führt.

Um zwei technische Denkmäler bereichert, treten wir am 2. September nach einem leichten, aber lohnenswerten Umweg die Fahrt in südlichere Gefilde an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert