Was ich von den Nachbarn übernehmen würde

… wenn ich König von Deutschland wär‘.

(@ reale Nachbarn: Muss euch enttäuschen, ich meine das globaler, europäischer ;-))

Her damit

  • An Straßenbaustellen mit abschnittsweiser 1-Weg-Regelung stehen Ampeln. Diese haben einen Zähler eingebaut, der auf einem Display die Sekunden herunterzählt bis zur nächsten Grünphase.
  • Kreisverkehre (wo es der Platz hergibt) statt Brücken und Ampeln
  • Apropos, natürlich zwei- und mehrspurig, diese Kreisel…
  • links blinken, wenn man nicht an der nächsten Ausfahrt rauswill, sondern weiterkreiseln möchte. Hilft den nächsten Einfahr-Willigen häufig und erhöht nach meiner Einschätzung den Verkehrsfluss. Beim Rausfahren natürlich: Blinker rechts.
  • Alles etwas gelassener nehmen #AnDieEigeneNasseGefasst: Parken auf der Sperrfläche; Wenden im engen Wohngebiet, drei Fahrzeuge warten, geduldig, niemand hupt oder regt sich auf
  • Blinkende Apotheken, schnell zu finden, klar ersichtlich, ob offen oder geschlossen
  • Bäcker und Metzger allerorten. Wirklich. Preise sehr, sehr mittelschicht-tauglich: 3,30€ für 2x Croissant und 1x Baguette. Was kostet das in D?
  • Expresso unterwegs 1,50€ bis 2,-€. Ob im Stehen an der Theke oder im Becher zum Mitnehmen spielt keine Rolle.
  • Gemischt-geschlechtliche WCs. Letztendlich wollen wir doch alle mehr oder weniger Dasselbe :-), oder?!
  • Ein gemeinsames (!) WC für 50+ Sitzplätze im Restaurant. Warum geht das in F, jeder macht mit, es ist akzeptiert und etabliert, in D braucht’s… mehr Räume, Becken, Keramik, Platz, Putzmittel?
  • Parkplätze, dto. Wir trafen im Vorbeifahren auf einige gastronomische Etablissements. Parkplatz vor der Tür? Im Hof? Ein Schild? Nixda, Fehlanzeige. Such‘ Dir einen. Nach dem Motto: Wer zu uns möchte, wir einen Weg finden, sein Gefährt abzustellen. Es scheint keine Regelung zu geben á la „Wenn Sie x Plätze anbieten, müssen sie y Parkmöglichkeiten vorsehen.“
  • Gepflegte Rathäuser, und sei das Kaff noch so klein: Frische Fassade, saubere Fahnen, gefegtes Pflaster, die Blumen sind gegossen. Überrascht mich angenehm in einem sonst so zentralistischen Staat.
  • Plaudern, immer und überall. Die Kassiererin im Super-U telefoniert ungeniert (privat) weiter, unsere Ware liegt längst am Band… avec la rue, wie der Franzose sagt. Praktisch jeder hat immer und überall Zeit für ein Schwätzchen. Ich empfinde das hier weder als störend, noch als unhöflich. Ist eben so.
  • Höflichkeit, bonjour, Monsieur. Merci, Monsieur. Au revoir, Monsieur, et bonne journee. Das kommt ganz natürlich und ungezwungen daher.
  • Ja, es wird eifrig Boule gespielt. Ein National- oder Volkssport. Haben wir etwas Gleichwertiges?
  • Supermarkt-Dichte, einzigartig. Es scheint was dran zu sein an dem Gerücht, Essen spiele eine wichtige Rolle.

Weglassen würde ich

  • Die Stoßdämper-Killer in der Straße: Damit meine ich die „Hügelchen“, die oft, jedoch längst nicht immer, erkennbar aus der Straße ragen. Ziel ist, die Fahrgeschwindigkeit auf 30km/h zu reduzieren. Das schmerzt. Aus mir unbegreiflichen Gründen sind die Bumper unterschiedlich hoch. Kratzer im Asphalt vor, nach, und auf den Bremsern zeigen, dass so mancher damit sein Leid hat.
  • Umleitungen, sogenannte „Deviation“, die sich widersprechen (Excel nennt das einen „Zirkelbezug“): Man stößt auf die gesperrte Straße, folgt den Schildern der Umleitung, ist beinah auf der Rückseite der Umleitung angekommen – um auf die gleiche Sperre zu stoßen, Durchfahrt unmöglich, wieder zurück, man will ja sichergehen, das der Irrtum nicht auf der eigenen Seite liegt. Luft nach oben.
  • Urinale direkt neben dem einzigen Waschbecken im Mix-Bereich. Ich fühle mich unwohl dabei.
  • (Französische Toiletten gibt’s ohnehin kaum noch)

One thought on “Was ich von den Nachbarn übernehmen würde

  1. UPDATE: In Spanien beginnt das Lämpchen der Fußgängerampel zu blinken, wenn sich die Grünphase dem Ende nähert. Hilfreich für sportliche Menschen, doch noch schnell drüber zu huschen – oder für langsamere Pietonisten, besser die nächste Schaltung abzuwarten.

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